Sanierung der Elektroanlagen am Ulmer Münster

Geheimniskrämerei oder Offenheit

Gelegentlich erfährt man "aus gut unterrichteten Kreisen" Neuigkeiten. Eine davon ist, daß bereits weitere größere Arbeiten endgültig beschlossen sind. Beispiel: Es wird beim Kutteltor (nach anderen Quellen beim Böblingerpfeiler) ein Pavillon gebaut, der die Funktion der jetzigen Pforte übernimmt. Dieser Pavillon wird nicht in der Regie der Münstergemeinde geführt, sondern an einen kommerziellen Betreiber verpachtet. Natürlich soll darüber strengstes Stillschweigen bewahrt werden. Man will den Ulmern nicht zu viel auf einmal zumuten. Die Meinung Außenstehender zu dieser Planung interessiert nicht. Was könnte sie auch noch zum Problem beitragen, wenn bereits einer oder mehrere Ausschüsse und Unterausschüsse der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde dem Vorhaben akklamieren durften.

Diese Information ist die richtige Einstimmung zum Site www.kirche-gestalten.de. Dieser ist eine PR-Plattform der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Schon auf der Titelseite lesen wir:
 

  Notwendiger Wandel

Gemeinden und Einrichtungen erarbeiten ihre Ziele und setzen sie in zeitgemäße Strukturen und konkrete Maßnahmen um.

Dabei taucht gleich die Frage auf: Bestehen die Gemeinden nur aus Gremien und Angestellten, oder sollen dadurch auch einfache Gemeindemitglieder künftig zum Mitdenken und Mitmachen angeregt werden. Eine Ebene tiefer wird es gleich konkreter:
 

!!!Sollten Sie über Informationen oder praktische Erfahrungen (Ansprechpartner/innen, Links, Literatur, Projektunterlagen etc.) zu einzelnen Schlagworten verfügen, so informieren Sie uns, damit wir ggf. diese Information in den Datenpool des Prozesses "Notwendiger Wandel" aufnehmen können!!!

Wir haben uns also schon vorgenommen: Wenn der Site www.münsterturm-ulm.de der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, dann melden wir ihn unverzüglich bei www.kirche-gestalten.de zur Verknüpfung an. Ob es sich lohnt, auf das Ergebnis der Anmeldung gespannt zu sein? Wir haben an dieser Stelle Datum und Inhalt der Anmeldung sowie eingegangene Rückäußerungen veröffentlicht.


Wir entnehmen dem PR-Site gleich noch einen weiteren Vorsatz:
 
 

Projekt Wirtschaftliches Handeln in der Kirche

Kirchliches Finanzmanagement heißt, die Planung der Finanzen an den Zielen von Kirche auszurichten. Es heißt, offen darzustellen, wofür die Kirche das ihr anvertraute Geld eingesetzt und welches Vermögen sie hat.
So wachsen Transparenz, Beteiligung und Wirtschaftlichkeit – Grundlage für eine glaubwürdige Kirche.

(Farbliche Hervorhebung durch Bearbeitung)

In Ulm ist mit dem Aufzug eines neuen Dekans ein guter Start in diesem Sinn gemacht worden. Unserer Erinnerung nach wird zum ersten Mal in den acht Jahren, in denen wir den Site www.muenster-ulm.de aufgebaut haben und pflegen, im Internet auf die öffentliche Auslegung der Haushaltspläne hingewiesen:
 

Haushaltspläne

Die Haushaltspläne 2006 der Evang. Gesamtkirchengemeinde Ulm und der Münsterbaukasse Ulm sind vom 03.-11. Juli im Sekretariat der Evang. Kirchenpflege Ulm, Grüner Hof 1, Zimmer 60 (Montag bis Donnerstag von 8-12 und von 14-16 Uhr, Freitag von 8-12 Uhr) zur Einsicht durch die Gemeindeglieder aufgelegt.

(www.muenster-ulm.de/gemeinde/gemeinde/brief.htm#zur Hinweis: Die Münstergemeinde hat - wohl im Mai 2006 - einen radikalen Umbau des Sites begonnen. Bis zur Fertigsstellung finden Sie nur einige Rumpfdateien, die an den alten Site erinnern.)

In den alten Projekten können wir nichts von dieser neuen Offenheit entdecken. Im Gegenteil: Ein Haifischbecken. Man glaubt, einen Kampf aller gegen alle zu sehen, bei dem jeder die anderen möglichst mit der Umsetzung von eigenen Plänen überrascht mit der Folge, daß versucht wird, die Vorgänge innerhalb der Münstergemeinde gegen die Außenwelt abzuschotten. Nicht einmal die Südwest Presse wird bei ihrem Bemühen um die Unterrichtung der Öffentlichkeit ausreichend informiert. Das seien alles interne Vorgänge. 

Es wird sogar versucht, den Maulkorb, der kirchlichen Mitarbeitern wegen der Loyalität zum Dienstherrn verordnet wird, auch ehrenamtlichen Helfern umzulegen: "... bedenklich, wenn ... Ehrenamtliche ...  öffentliche Stellungnahmen abgeben, ohne von den entsprechenden Leitungsgremien autorisiert zu sein." (23.3.06). Ein weiteres Totschlagargument gegen Kritik an den derzeitigen Zuständen ist die scheinbare Befürchtung: "Eine öffentliche Diskussion oder gar öffentlicher Streit schadet dem Münster – daran kann niemand Interesse haben." (22.6.06), das heißt "Right or wrong, my country!" 

Stillschweigen und solche Diskussionsverbote sind nach unserer Meinung Dünger für die Übel, die zur Zeit rund um das Münster wuchern; sie verhindern in unseren Augen eine Besserung.