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| Das Hauptproblem | Die Entscheidungsgremien
der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm können nicht irren,
vor allem, wenn sie in der langen Planungsphase die entscheidenden Fragen
nicht gestellt haben.
"Der Ständige Ausschuss ist der Überzeugung, dass das Thema im Fachausschuss kompetent beraten wird ..."; das schließt also auch da eine Neubefassung aus, wo zwischenzeitlich grobe fachliche Fehler nachgewiesen worden sind. Im Gespräch werden objektive technische und physikalische Fakten als "Meinungen" bezeichnet, obwohl die physikalisch-technische Kompetenz fehlt, solche Fakten zu beurteilen. |
| Die Verteilungstopologie | Die heutige Planung
sieht einige Dutzend paralleler, zum Teil über 100 Meter langer Leitungen
vor, die - mit einem Aufwand von mehr als 3 Millionen Euro
- von einer riesigen zentralen Schalttafel
aus geschaltet werden sollen. Das Münster soll mit 80 Tausend Metern
Kabel neu verdrahtet werden (Stand 15.3.06).
Das entspricht der Elektroinistallation eines Hauses, bei der man stets in einen Schaltraum gehen muß, wenn man an irgend einer Stelle im Haus eine Lampe einschalten, eine Platte des Elektroherdes wärmer oder kälter schalten oder das Fernsehprogramm wechseln will. Das wäre ein Irrsinn. Beim Ulmer Münster ist diese Art der Schaltung (Stand 15.1.06) geplant - und alle Verantwortlichen stimmen zu! Stand der Technik wäre eine Fernsteuerung der Verbraucher von beliebiger Stelle aus, ein sogenanntes RPS-System. Dies wäre wesentlich billiger und nutzungsfreundlicher dazu. |
| Die Notstromversorgung | Die ausgewählte
Technik entspricht nicht dem heutigen Stand.
Die Planung sieht eine große zentrale Batterieanlage vor. Der Kölner Dom, die Deutsche Börse, fast alle Krankenhäuser stützen dagegen ihre Notstromversorgung auf ein Notstromaggregat. Das kostet weniger und braucht weniger Platz. Die Planer behaupten - nachweislich falsch -das Gegenteil. (Nur für Computerzentren wäre eine Batterieanlage zwingend für einen Teil der Notstromversorgung.) Die Auslegung der Batterieanlage wurde zwischen Januar und April von Mit der Batterianlage schafft man ein neues Brandschutzproblem mit zusätzlichen Sicherheitsauflagen. Eine schlüssige Begründung für die Dimensionierung fehlt. Stand der Technik wäre eine dezentrale Notbeleuchtung; gegebenenfalls auch dezentrale Brandschutzeinrichtungen. |
| Die Anschlussleistung | Das Ulmer Münster
wird in zwei getrennten Stromkreisen von der Nordostseite aus mit 320 kW
Anschlussleistung versorgt, von der Südwestecke aus mit 54 (?) kW.
Die gesamte Anschlussleistung von 374 kW wird in der Regel nie vollständig
gebraucht.
Statt die beiden Anschlüsse mit einer geeigneten Schaltvorrichtung zu verbinden, wird wieder kostentreibend eine zusätzliche Versorgungsleitung von der Trafostation in der Deutschen Bank zum Münster geplant, um die von dort lieferbare Leistung auf rund das Dreifache zu steigern. |
| Das Platzproblem | Um Platz für die
überdimensionierte Batterieanlage und die überflüssige Riesenschalttafel
zu gewinnen, soll - ohne jede Sensibilität für das Bauwerk
- die jetzige Pforte in einen großen Technikraum umgewidmet werden
(Einbau von 15 t Material).
Es gibt bewährte technische Alternativen, bei denen das nicht nötig ist. So kann man gleichzeitig die beträchtlichen Umbaukosten eingesparen. Es geht um mehr als 3 Millionen Euro, die zu einem ansehnlichen Teil ohne Sinn ausgegeben werden! |
| Personalprobleme | Für das Ulmer Münsters
ist in jüngster Vergangenheit viel Kompetenz verloren gegangen.
Dies konnte man im vergangenen Jahr der Südwest Presse entnehmen.
In Teilbereichen findet ein weit über das Normale hinausgehender Personalwechsel statt. Der Grund dafür scheint die heute dort herrschende Atmosphäre zu sein: Statt harmonischer Kooperation überwiegt kleinliche Rivalität. |
| Kein Interesse
an lokaler Kompetenz |
Die Planung
- vielleicht sogar die Ausführung der Arbeiten - verzichtet auf die
Nutzung der zum Teil jahrzehntelangen Erfahrung mit den Problemen des Ulmer
Münsters vor Ort und stützt sich ausschließlich auf auswärtige
Experten.
Das Ergebnis ist ein Plan für den aufwändigen Einbau einer monströsen, veralteten und kostspieligen Technik. |
| Kein Interesse an einer
Überprüfung durch renommierte Experten |
Die gesamte Planung
stützt sich auf die Arbeit eines einzigen Fachmanns, dem wir grobe
sachliche Fehler nachgewiesen haben. Die Entscheidungsgremien ignorieren
dies.
Wir haben Geld gesammelt für ein Gutachten zunächst durch einen zweiten Fachmann, jetzt sogar durch das renommierte Fraunhoferinstitut. Beide Angebote sind abgelehnt worden. Die Kirche propagiert ihre Offenheit, aber dem Experten des Fraunhoferinstituts wird der Einblick in die Planungsunterlagen verweigert (Email vom 2.8.06). |
Unter diesen Umständen ist es der
pure Hohn, wenn man in den kirchlichen PR-Seiten der ELK-WUE www.kirche-gestalten.de
liest
In Ulm findet man das Gegenteil:
Die Kirche verliert auch bei den Gutwilligen weiter an Glaubwürdigkeit, wenn sie in dieser Weise das Geld ihrer Mitglieder und die ihr zugewiesenen Steuermittel verschleudert. |
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Sind die Entscheidungsgremien
der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm unfehlbar, wenn sie nach mehrjähriger
Beratung einen Beschluss gefasst haben? Auch wenn dieser auf
sachlich falschen Informationen beruht?
Ist es Nestbeschmutzung durch Querulanten, ist es "billige Polemik", wenn man das Thema Elektrosanierung offen diskutieren will? Das wird uns entgegengehalten. Schadet es dem Ulmer Münster, wenn man auf Mißstände hinweist? Dieser Vorwurf wird erhoben. |