Sanierung der Elektroanlagen am Ulmer Münster |
| Am 15. März 2006 hat der Gesamtkirchengemeinderat
der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm der Öffentlichkeit verschiedene
Beschlüsse vorgestellt. Diese binden die evangelische Gesamtkirchengemeinde
zum Teil für Jahrzehnte.
Ein Teilbeschluß betraf Sanierung und Ausbau der Elektroanlagen. Hierfür sind Ausgaben von mehr als 3 Millionen Euro vorgesehen. Grund genug, um manche Details zu hinterfragen. Technische Details erörtern wir an anderer Stelle. Ein öffentliches Interesse sehen wir vor allem 1. bei den Folgen der Technikplanung,
Zu (1)
Es ist erstaunlich, daß das Landesdenkmalamt gegen solche barbarisch zu nennende Umbauten keine Einwendungen erhebt, während es an anderer Stelle diskutiert, ob ein Dübel gesetzt werden darf. Dabei kündigt dieses Amt an, daß es bereit ist, das Thema mit interessierten Bürgern zu besprechen, findet indessen innerhalb von mehr als zwei Monaten keinen Zeitpunkt dafür. Zu (2)
Einen wesentlicher Teil des Geldes soll also aus öffentlichen Quellen zugeschossen werden. Alle Bürger, ob Mitglied der evangelischen Gesamtkirchengemeinde oder nicht, sind davon betroffen, was mit ihren Steuermitteln geschieht. Allein deswegen gibt es ein öffentliches Interesse an den Planungen für das Ulmer Münster. Die Ulmer Bürger haben ein zusätzliches Interesse daran, wie das Wahrzeichen der Stadt ohne ihre Mitwirkung und mit sehr beschränkter Information durch die Münstergemeinde verändert werden soll. Sie erwarten hinreichende Sensibilität für ein Bauwerk, zu dessen Errichtung viele Generationen von Ulmer Familien beigetragen haben. Zu (3)
Außenstehende Beobachter können den Eindruck gewinnen, daß sich hier ohne Rücksicht auf Kosten und Konsequenzen Fachleute haben austoben dürfen, deren Qualifikation in Teilen fragwürdig ist. Es ist für uns unverständlich, wenn der Ständige Ausschuß Anregungen zu einer nachträglichen Überprüfung, die in mehreren Jahren Diskussion nicht stattgefunden hat, mit der Äußerung abschmettert (Siehe auch hier). Ist das eine bornierte Arroganz der Macht
oder hält diese Aussage einer unabhängigen Überprüfung
stand? Auch bei der Antwort auf diese Frage sehen wir ein legitimes und
notwendiges Interesse der Öffentlichkeit.
|