"Sehr geehrte Damen und Herren,
Herr Straub und ich sind seit mehr als
zehn Jahren vielfach ehrenamtlich für das Ulmer Münster tätig,
unter anderem in der "Münsterauskunft", Verkaufsaktivitäten am
Tag der Rose und dem Weihnachtsmarkt, sowie durch Aufbau und Pflege des
Sites www.muenster-ulm.de (mit mehr als 800 000 "Hits" in den vergangenen
12 Monaten)x).
Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter
am Münster verwickeln uns und andere gehäuft in Diskussionen
über die ungute Stimmung unter den Mitarbeitern in der Hoffnung, daß
jemand die "Kultur des Wegsehens" durchbricht. Gremienmitglieder äußern
uns gegenüber, daß sie ungute Gefühle bei den Abstimmungen
unterdrücken müßten, weil man doch Zustimmung erwarte.
In Ulm greift die Presse in den vergangenen
Monaten immer wieder solche Mißstände auf. Statt die Übel
offensiv anzugehen, versucht die evangelische Gesamtkirchengemeinde, den
Mantel des Schweigens darüber zu breiten - entgegen den Prinzipien,
die in www.Kirche-gestalten.de propagiert werden.
Dem elk-wue-Site "www.kirche-gestalten.de"
entnehmen wir
| "!!!Sollten
Sie über Informationen oder praktische Erfahrungen (Ansprechpartner/innen,
Links, Literatur, Projektunterlagen etc.) zu einzelnen Schlagworten verfügen,
so informieren Sie uns, damit wir ggf. diese Information in den Datenpool
des Prozesses "Notwendiger Wandel" aufnehmen können!!!" |
und
| "Es heißt,
offen darzustellen, wofür die Kirche das ihr anvertraute Geld eingesetzt
und welches Vermögen sie hat." |
Zur Zeit ist ein Projekt in die Ausführungsphase,
das mit wenigen Ausnahmen hinter verschlossenen Türen durchgezogen
wurde: Die Sanierung der Elektroanlage des Ulmer Münsters.
Dabei werden nicht nur die im letzten Abschnitt genannten Prinzipien verletzt,
sondern auch sonst anerkannte Verfahren bei Großprojekten ignoriert:
Die fachliche Kompetenz des Planers wird nicht durch einen zweiten Fachmann
kontrolliert. Das wäre unproblematisch, wenn keine Zweifel an der
Kompetenz des Planers auftreten würden. Im vorliegenden Fall sind
diese jedoch in einem Teilbereich nach unserer Auffassung berechtigt (www.muensterturm.de/mukompe.html).
Trotz dieser schwerwiegenden Vorwürfe erklärt das Beschlussgremium
"Der Ständige Ausschuss ist der Überzeugung, dass das
Thema im Fachausschuss kompetent beraten wird.",
und verweigert sogar
die Annahme einer zweckgebundenen Spende zur Überprüfung
der Kritik an den Planungsgrundlagen. Schließlich wird versucht,
uns zum Schweigen zu bringen mit dem Hinweis, daß eine öffentliche
Erörterung des Problems dem Münster schaden würde, anstatt
die Mißstände auszuräumen.
Nach vielen zeitraubenden, vergeblichen
Versuchen, in internen Diskussionen die Aufarbeitung dieser Mißstände
voranzutreiben, halten wir es jetzt für nötig, das Schweigen
zu brechen. Deshalb haben wir den Site www.muensterturm.de angefangen und
hoffen, daß sich so noch Korrekturen ergeben. Es kann unserer Meinung
nach nicht sein, daß in der heutigen Finanzsituation der Kirche mit
antiquiertem technischem Ansatz mehr als 3 Millionen Euro in einer Maßnahme
verbraten werden, wenn unter Ausnützung des Stands der Technik mindestens
eine Million bei verbesserter Funktionalität eingespart werden könnte.
Gehört das Abblocken von Kritik zu
der gewünschten Offenheit darüber, wie die Kirche das ihr anvertraute
Geld einsetzt?
Mit freundlichen Grüßen, auch
im Auftrag von Herrn Straub
Fritz Nestle
Wir veröffentlichen dieses Schreiben
und gegebenenfalls eingehende Antworten, wie angekündigt, im Site
www.muensterturm.de" |