Notwendiger  Wandel?

Email am 3.7.06 8.15 Uhr an notwendiger-wandel@elk-wue.de (mit zwei sprachlichen Verbesserungen):



 


"Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr Straub und ich sind seit mehr als zehn Jahren vielfach ehrenamtlich für das Ulmer Münster tätig, unter anderem in der "Münsterauskunft", Verkaufsaktivitäten am Tag der Rose und dem Weihnachtsmarkt, sowie durch Aufbau und Pflege des Sites www.muenster-ulm.de (mit mehr als 800 000 "Hits" in den vergangenen 12 Monaten)x).

Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter am Münster verwickeln uns und andere gehäuft in Diskussionen über die ungute Stimmung unter den Mitarbeitern in der Hoffnung, daß jemand die "Kultur des Wegsehens" durchbricht. Gremienmitglieder äußern uns gegenüber, daß sie ungute Gefühle bei den Abstimmungen unterdrücken müßten, weil man doch Zustimmung erwarte.

In Ulm greift die Presse in den vergangenen Monaten immer wieder solche Mißstände auf. Statt die Übel offensiv anzugehen, versucht die evangelische Gesamtkirchengemeinde, den Mantel des Schweigens darüber zu breiten - entgegen den Prinzipien, die in www.Kirche-gestalten.de propagiert werden.

Dem elk-wue-Site "www.kirche-gestalten.de" entnehmen wir
 

"!!!Sollten Sie über Informationen oder praktische Erfahrungen (Ansprechpartner/innen, Links, Literatur, Projektunterlagen etc.) zu einzelnen Schlagworten verfügen, so informieren Sie uns, damit wir ggf. diese Information in den Datenpool des Prozesses "Notwendiger Wandel" aufnehmen können!!!"

und
 

"Es heißt, offen darzustellen, wofür die Kirche das ihr anvertraute Geld eingesetzt und welches Vermögen sie hat."

Zur Zeit ist ein Projekt in die Ausführungsphase, das mit wenigen Ausnahmen hinter verschlossenen Türen durchgezogen wurde: Die Sanierung der Elektroanlage des Ulmer Münsters. Dabei werden nicht nur die im letzten Abschnitt genannten Prinzipien verletzt, sondern auch sonst anerkannte Verfahren bei Großprojekten ignoriert: Die fachliche Kompetenz des Planers wird nicht durch einen zweiten Fachmann kontrolliert. Das wäre unproblematisch, wenn keine Zweifel an der Kompetenz des Planers auftreten würden. Im vorliegenden Fall sind diese jedoch in einem Teilbereich nach unserer Auffassung berechtigt (www.muensterturm.de/mukompe.html). Trotz dieser schwerwiegenden Vorwürfe erklärt das Beschlussgremium "Der Ständige Ausschuss ist der Überzeugung, dass das Thema im Fachausschuss kompetent beraten wird.", und verweigert sogar die Annahme einer zweckgebundenen Spende zur Überprüfung der Kritik an den Planungsgrundlagen. Schließlich wird versucht, uns zum Schweigen zu bringen mit dem Hinweis, daß eine öffentliche Erörterung des Problems dem Münster schaden würde, anstatt die Mißstände auszuräumen.

Nach vielen zeitraubenden, vergeblichen Versuchen, in internen Diskussionen die Aufarbeitung dieser Mißstände voranzutreiben, halten wir es jetzt für nötig, das Schweigen zu brechen. Deshalb haben wir den Site www.muensterturm.de angefangen und hoffen, daß sich so noch Korrekturen ergeben. Es kann unserer Meinung nach nicht sein, daß in der heutigen Finanzsituation der Kirche mit antiquiertem technischem Ansatz mehr als 3 Millionen Euro in einer Maßnahme verbraten werden, wenn unter Ausnützung des Stands der Technik mindestens eine Million bei verbesserter Funktionalität eingespart werden könnte.

Gehört das Abblocken von Kritik zu der gewünschten Offenheit darüber, wie die Kirche das ihr anvertraute Geld einsetzt?

Mit freundlichen Grüßen, auch im Auftrag von Herrn Straub

Fritz Nestle

Wir veröffentlichen dieses Schreiben und gegebenenfalls eingehende Antworten, wie angekündigt, im Site www.muensterturm.de"

x) Bis Mai 2006
 
 

Antwort am 6.7.06 14.08 Uhr


Friedemann v. Keler (Friedemannvon.Keler"at"ELK-WUE.DE)
 

Sehr geehrter Herr Nestle!

Weil wir hier im Gemeindedienst, Abt. Gemeindeentwicklung zuständig sind für den Internetauftritt des Notwendigen Wandels haben wir Ihre Mail aus Ulm erhalten. Mein Eindruck ist, Sie wollen die Ziele der landeskirchlichen Projekte (Kirche gestalten) für Ihren Konflikt vor Ort benutzen, in dem Sie sonst nicht weiter kommen.  Es kann auch gut sein, dass nicht alle Ziele der landeskirchlichen Projekte vor Ort eins zu eins umgesetzt werden. Doch wir sind weit weg und ich habe weder  Recht noch Auftrag über irgendjemand in Ulm zu richten. 
Ich vermittle gerne erfahrene Konfliktberater, wenn es die Verantwortlichen in Ulm wünschen. An Aktionen gegen die Verantwortlichen in Ulm wird der Gemeindedienst nicht mitwirken. 

Mit freundlichem Gruß

Friedemann v. Keler
 

Rückantwort am 7.7.06 7.15 Uhr


"Sehr geehrter Herr von Keler, 

wir können Ihren Eindruck nur bestätigen: Wir hatten die, wenn auch geringe Hoffnung, „Kirche gestalten“ wolle tatsächlich den „notwendigen Wandel“ vor Ort unterstützen. Die gestern in der Südwestpresse Ulm referierte "Erkenntnis" unseres Landesbischofs, daß der normale Christ am Oberkirchenrat völlig desinteressiert sei, hätte so vielleicht korrigiert werden können. 

Es geht in unseren Augen nicht darum, über irgend jemand in Ulm zu richten, sondern um die Art und Weise, wie nicht nur in Ulm Diskussionen abgewürgt anstatt sachlich geführt werden. 

Die „Verantwortlichen in Ulm“ brauchen keine Konfliktberater, weil sie alles richtig machen ("Der Ständige Ausschuss ist der Überzeugung, dass das Thema im Fachausschuss kompetent beraten wird."). Und die „Unverantwortlichen“ stören eben nicht nur vor Ort, sondern auch im Elfenbeinturm von „Kirche gestalten“. 

Vielen Dank für Ihre Bemühung und 
freundliche Grüße 

i.A. Fritz Nestle

Wie in www.muensterturm.de/mugeheim.html veröffentlicht, wird der Schriftwechsel mit "Kirche gestalten" dort eingefügt, sobald es meine Zeit erlaubt (geschehen am 8.7.06 7.15 Uhr)."
 


Hier der Auschnitt aus dem Bericht über das "Huber"-Papier (Südwest Presse 6.7.06)